Peritonealdialyse

PD – das derzeit gängigste Heimdialyse-Verfahren weltweit

Bei der PD wird eine körpereigene Membran, das Peritoneum (Bauchfell), als Filter benutzt. Die Dialyselösung fließt durch einen kleinen, weichen Plastikschlauch in die Bauchhöhle. Dieser Katheter wird im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs gelegt. Am circa 15 Zentimeter langen Teil des Katheters, der außerhalb des Körpers liegt, werden die Beutel mit der Dialyselösung angeschlossen. Der Katheter kann problemlos unter der Kleidung getragen werden.

Die Funktionsweise der CAPD

Während sich die Dialyselösung in der Bauchhöhle befindet, erfolgt die Dialyse. Überschüssiges Wasser und Giftstoffe wandern vom Blut durch das Bauchfell in die Dialyselösung, die nach einigen Stunden ausgewechselt wird. Dieser Wechsel wird meist drei bis vier Mal täglich durchgeführt.

Der Dialysearzt und die Pflegekräfte unterstützen den Patienten fachkundig bei der Entscheidung, welche PD-Behandlungsform für ihn die richtige ist.

Erfahren Sie hier in einem Video wie die Peritonealdialyse funktioniert

Video "Die Funktionsweise der Peritonealdialyse" starten (Dauer: 4,37 min)

Die Kontinuierlich Ambulante Peritonealdialyse (CAPD)

Bei dieser manuellen Form der Therapie kann der Patient den Zeitplan der Behandlung seinen persönlichen Bedürfnissen entsprechend flexibel gestalten. Bei der CAPD-Behandlung tauscht der Patient die Dialyselösung, die sich in der Bauchhöhle befindet, mit jedem Beutelwechsel durch frische aus. Ein Beutelwechsel dauert circa dreißig Minuten und kann in jeder sauberen Umgebung durchgeführt werden. Beim Wechsel läuft die verbrauchte Dialyselösung mit Hilfe der Schwerkraft aus der Bauchhöhle und wird durch frische ersetzt. Die meisten CAPD-Patienten benötigen vier Beutelwechsel täglich. Zum Erlernen der CAPD sind in der Regel ein bis zwei Wochen erforderlich. Alle vier bis sechs Wochen ist eine Kontrolle im betreuenden Dialysezentrum vorgesehen.

Die Automatisierte Peritonealdialyse (APD)

Bei der APD wird für den Wechsel der Dialyselösung ein Gerät eingesetzt (Cycler). Die Dialyse wird nachts zu Hause, während des Schlafens, durchgeführt. Das APD-Gerät kontrolliert den zeitlichen Ablauf der Wechsel, leitet die verbrauchte Dialyselösung ab und füllt die Bauchhöhle mit frischer Lösung. Damit ist die APD eine ideale Therapieform für Patienten, die einer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen, sowie für Kinder. Alle vier bis sechs Wochen ist eine Kontrolle im betreuenden Dialysezentrum vorgesehen.

Die Vorteile der Peritonealdialyse (PD)

  • Schonende und gleichmäßige Entgiftung: Die Peritonealdialyse (PD) unterscheidet sich in der Entgiftungsqualität nicht von der Hämodialyse. Sie arbeitet aber der gesunden Niere „ähnlicher“, da sie den Körper kontinuierlich und regelmäßig entgiftet und entwässert.
  • Eigenverantwortung und mehr Unabhängigkeit in der Lebensplanung: Beide Formen der Peritonealdialyse (PD) können die Patienten – nach professioneller Schulung durch spezialisiertes Pflegepersonal – selbstständig zu Hause durchführen und haben daher ein großes Maß an Eigenverantwortung. Die CAPD bietet durch flexible Gestaltung der Dialysezeit und des Dialyseorts dem Patienten große Freiheit. Die APD hat den Vorteil, dass die Dialyse ausschließlich in der Nacht stattfindet.
  • Urlaub: Man kann die PD überall an einem sauberen Ort durchführen. PD-Material ist in fast allen europäischen Urlaubszielen und nach Absprache auch in vielen außereuropäischen Ländern erhältlich.
  • Geringe Ernährungseinschränkungen

 

Die Verbreitung und Effektivität der Peritonealdialyse

In vielen europäischen Ländern ist derzeit die Peritonealdialyse weiter verbreitet als in Österreich. Aus medizinischer Sicht steht jedoch fest, dass Peritonealdialyse und Hämodialyse gleichwertige Therapien sind.

Weiterführende Informationen

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten Sie, dass die Inhalte dieser Website eine allgemeine Information darstellen, jedoch keinesfalls den Arztbesuch ersetzen. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Broschüren

Aktuelles Informationsmaterial für Sie als Download