Parenterale Ernährung

Parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung über die Venen

Bei der parenteralen Ernährung werden Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, sowie lebenswichtige Vitamine, Spurenelemente und Elektrolyte durch eine Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht, das heißt, der Verdauungstrakt wird umgangen. Dafür wird ein spezieller Zugang in die Vene gelegt, welcher durchaus auch über längere Zeit liegen bleiben kann.

Voraussetzungen für eine parenterale Ernährung

Eine parenterale Ernährung wird durchgeführt, um entweder eine bestehende Mangelernährung zu behandeln oder ihrer Entstehung vorzubeugen und somit letztlich die Prognose oder die subjektive Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Voraussetzung für die Durchführung einer parenteralen Ernährung ist, dass Nährstoffe nicht oder nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darmtrakt aufgenommen werden können. Dies kann beispielsweise aufgrund chronischer Erkrankungen, Operationen oder altersbedingter Umstände der Fall sein. Die Frage nach der Berechtigung der parenteralen Ernährung sollte bei längerer Dauer regelmäßig überprüft werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Ältere Patienten und Krebskranke sind besonders gefährdet eine Mangelernährung zu entwickeln. Altersbedingte Schwierigkeiten beim Kauen (z. B. durch eine schlecht sitzende Zahnprothese) und Schlucken, veränderter Geruchs- und Geschmackssinn können sowohl den Appetit wie auch die Nahrungsaufnahme negativ beeinflussen. Bei Senioren spielt auch die individuelle Lebenssituation eine zentrale Rolle. Vereinsamung erhöht das Risiko einer Mangelernährung deutlich. Bei an Krebs erkrankten Personen verändert sich einerseits die Nahrungsaufnahme durch den geänderten Stoffwechsel, andererseits führt die Therapie häufig zu Appetitlosigkeit. Schließlich beeinträchtigen auch die mit der Krankheit oftmals einhergehende Depression und Angst das Essverhalten.

Daten und Fakten

Internationalen Studien zufolge ist derzeit etwa ein Viertel aller Krankenhauspatienten mangelernährt – ihre Nahrungsaufnahme reicht nicht aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Der Anteil mangelernährter Patienten steigt in geriatrischen Abteilungen auf etwa 50%. In Zentren mit dem Schwerpunkt Krebs oder Magen-Darm-Erkrankungen werden Mangelernährungen bei etwa 40% der Patienten verzeichnet.

Die Folgen der Mangelernährung

Ein anhaltendes Nährstoffdefizit bewirkt starke körperliche Beeinträchtigungen und Störungen wichtiger Organfunktionen. Die Mangelernährung führt zur Schwächung der Abwehrkräfte – die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Ferner kommt es zu einem Abbau der Muskulatur, die Patienten werden dadurch immer schwächer, ältere Patienten werden möglicherweise pflegebedürftig. Es ist daher sehr wichtig, die Anzeichen einer Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Therapie mit parenteraler Ernährung

Bei der parenteralen Ernährung werden die Nährstoffe am sichersten in Form von so genannten „Dreikammerbeuteln“, die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette enthalten, verabreicht. Vitamine und Spurenelemente müssen vor Verabreichung des Beutels noch beigefügt werden, um eine ausgewogene und vollständige Ernährung zu gewährleisten. Dreikammerbeutel sind für den Einsatz in der Klinik, in einer Arztpraxis und auch beim Patienten zu Hause geeignet. Eine parenterale Ernährung ist also nicht unbedingt mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Oft sogar wirkt sich eine künstliche Ernährung in vertrauter häuslicher Umgebung besonders günstig auf die Therapie aus und erhöht so die Lebensqualität des Patienten.

Als parenterale Ernährung haben sich vor allem Nährlösungen, deren Fettkomponente auf Olivenöl basiert (80% Oliven- und 20% Sojaöl), besonders bewährt. Der hohe Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren im Olivenöl (sogenannte Omega-9-Fettsäuren), aber auch der natürlich hohe Gehalt an Vitamin E bringt mehrere Vorteile für den Patienten: Das Immunsystem bleibt unbeeinflusst und die Zellen werden von freien Radikalen geschützt. Nachdem die Zusammensetzung von Fettemulsionen auf Olivenölbasis jener der Muttermilch relativ ähnlich ist, eignen sich diese Mischungen auch besonders für die Infusionsernährung von Früh- und Neugeborenen.

Wichtiger Hinweis

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